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Monday, June 25. 2007
Digital ist besser, oder?
Ein oberflächlicher und schrecklich ungenauer Test ergab, das die Box sich im Betrieb ungefähr 8 MBit konstanten Datenstrom gönnt, das reicht für einen MPEG2 Stream inklusive AC3 oder DTS bei DVD-üblicher Qualität. Das Bild entsprach in etwa dem, was auch über DVB-S zu sehen ist. In unregelmäßigen Abständen verlor das Bild jedoch die Farbe und war dann mit einem Interferenzmuster überzogen, ungefähr so, wie ein NTSC-Bild auf einem PAL-TV aussieht. Grob geschätzt unterschlug der Empfänger die Hälfte der Zeit alles Bunte und zeigte ein nostalgisch-schwarz/weißes Bild. Im Übergang zwischen den Zuständen kam es immer wieder zu grün und rot eingefärbtem Geflacker, anscheinend waren einzelne Bilder vollfarbig eingefärbt. Neben dem nervenden Stroboskop-Effekt ist das für Epilepsie-Gefährdete wohl keine schöne Sache.
Um mal nachzuschauen, ob die Box dazu ein paar Einstellungen hat (TV-Format, Datenrate,...) machte ich mich auf ins Menü. Lange Jahre mußte ich warten, aber gestern war es dann soweit. Ich habe das erste Heimelektronik-Gerät gefunden, das ich nicht auf Anhieb bedienen konnte. Die Box reagiert unglaublich träge auf Fernbedienungseingaben die nicht Lautstärke- oder Kanaländerung betreffen. Der EPG erscheint nach ungefähr fünf Sekunden. Wer jetzt glaubt, mit den Pfeiltasten der Fernbedienung im EPG blättern zu können: Falsch gedacht. Drei Tastendrücke und geschätzte 20 Sekunden später fand ich mich in der Detailansicht der aktuell laufenden Sendung, aber den Weg dorthin habe ich hinterher nicht mehr nachvollziehen können.
Der EPG selbst (zumindest der Teil, den ich gesehen habe) entspricht dem über DVB-S. Leider macht die zu kleine Schrift, die in allen Menüseiten verwandt wird, das Lesen anstrengend. Ich hätte gerne weitere Möglichkeiten, die das Gerät sicher bietet, ausprobiert. Die Benutzerführung und mangelnde Zeit machten das aber unmöglich.
Der anscheinend einzige Vorteil, den IPTV bietet, ist der Zugriff auf Video-on-Demand-Angebote, die natürlich direkt über die Fernbedienung aufgerufen werden können. Allerdings bin ich mangels durchdachter Bedienmöglichkeiten nicht mal soweit gekommen, mir eine Übersicht über das Angebot zeigen zu lassen. Nur den aktuell als Top-Titel beworbenen Film hätte ich bestellen können. Wenn der symptomatisch für den Rest des Angebots steht würden die von mir wohl nie die 2,99 € für den Abruf bekommen.
Ich hatte leider keine Gelegenheit, den Netzverkehr der Box zu analysieren, kann also nicht sagen, was an Daten zurück an den Anbieter geht. Allein wegen der dauerhaften Netzverbindung und den Möglichkeiten benutzerbezogene Daten zu erheben schließt sich für mich ein IPTV-Angebot völlig aus. Hinzu kommt die in diesem Fall unbedienbare, schrecklich langsame Set-top-Box und die Übertragungsfehler. Warten wir mal ab, was sich da noch so tut.




