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Friday, October 26. 2007
Vergebliche Liebesmüh´
In den Niederlanden sind sie nicht mehr zugelassen, die schachspielenden Wahlmanipulationsmaschinen von Nedap. Die Stadt Hamburg will trotzdem bei der nächsten Bürgerschaftswahl den "digitalen Wahlstift" einsetzen. Die Vorgehensweise spottet jeder Beschreibung. Wahlzettel, die mit einem normalen Stift ausgefüllt werden, sind ungültig. Briefwahlzettel werden von Wahlhelfern "nachgemalt". Bei Differenzen zählt das Computerergebnis. Nachgezählt wird sowieso nur in einer gut 1% großen Stichprobe. Der Auswertungslaptop läuft mit dem für seine bahnbrechende Sicherheit bekannten Betriebssystem Windows XP. Die Sicherheitsprüfung der PTB nach Common Criteria hat mit den Ansprüchen einer freien, direkten und geheimen Wahl ungefähr soviel zu tun wie ein Glas Senf.
Wie schon bei Diebold- oder Nedap-Wahlmaschinen werden sicherlich auch hier sämtliche Beschwerden oder Klagen versanden. Nach dem beliebten "es kann nicht sein, was nicht sein darf"-Prinzip und weil der Hersteller die Zuverlässigkeit bescheinigt gilt das System als sicher, unmanipulierbar und überhaupt als der Weisheit letzter Schluß in Wahlfragen.
Der CCC hat spaßeshalber mal einen trojanischen Stift geklöppelt, mit dem sich unauffällig während der Wahl am auswertenden Rechner manipulieren läßt. Und ich frage mich: Bei den Aussichten, irgend etwas gegen diese grandiose Wählerverarsche zu tun, warum schließen sich nicht ein paar Menschen zusammen und manipulieren diese Wahl? Mahnen, Informieren, Klagen, das alles geht den Volksvertretern ungefähr auf Höhe der Antillen am Arsch vorbei. Wenn aber die APPD (die tritt doch wieder an, oder?) plötzlich in der Bürgerschaft sitzt, vielleicht gar mit einer bedeutenden Anzahl Sitzen, dann wacht vielleicht mal jemand auf.




