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Sunday, January 27. 2008
Anonym?
Dem Bund Deutscher Kriminalbeamter ist das Angebot des vermeintlich anonymen Prepaid-Anbieter anonyphone ein Dorn im Auge. Mit einer nicht ordnungsgemäß auf die eigene Identität registrierten Teilnehmerberechtigung könne man schließlich allen erdenklichen und noch etlich schlimmeren Blödsinn veranstalten, wenn nicht gar Gesetze beugen oder brechen oder so was. (heise newsticker) Dieses Karten-in-die-Gegend-Streuen ist aber gar nicht so anonym, wie propagiert. Einerseits besteht immer eine Datenspur zum ursprünglichen Erwerber (heise newsticker), andererseits ist bei den angebotenen Zahlungsmethoden von anonyphone ein anonymer Erwerb gar nicht möglich* (anonyphone). Bleibt also nur ein intelligentes selbstgestricktes "Web-of-Trust".
* Zumindest wird ein weiterer Datensatz bei micropayment.de und einer bei anonyphone erzeugt, die Daten müßen zwangsläufig irgendwie dem zustellenden Paketliefermenschen erklärbar sein. Wenn der hochoffiziöse Inhaber der Lieferadresse nicht mit dem hochoffiziösen Inhaber der zur jeweiligen Zahlungsmethode registrierten Adresse übereinsteimmt... Weia, das riecht dann schon stark nach mg, al-qaida, -qaeda, -qasonstwie. Anonym? Das ist irgendwie anders**.
** Jungs, wenn ihr das wirklich anonym machen wollt: Bar-Nachnahme. Und nutzt diskrete Umschläge. Fragt mal Beate Uhse oder Orion, die können euch erzählen, wie das geht***.
*** Hab ich mal gehört.
Tuesday, July 17. 2007
Ein bißchen Privatsphäre für jeden - Prepaid-SIM-Karten
So oder ähnlich wird irgendwann die Diskussion abgewürgt. "Die da oben" machen ja sowieso, was sie wollen, da kann man gar nichts dagegen tun. Abwarten und das Beste draus machen. Hinterher sagen, man hätte nichts gewußt. Befehlsnotstand, man kennt das.
Was kann man also gegen die überall drohende und fast überall schon existierende Überwachung und Datensammelei tun?
Der erste Schritt ist Datenvermeidung. Es geht niemanden etwas an, wo und wie ich wohne, wie meine Telefonnummer lautet oder wann ich wohl am Besten erreichbar wäre. Hier in der Nähe gibt es eine Filiale eines bundesweit agierenden Möbelhauses. Bei Reklamationen wird man vom Personal grundsätzlich nach Adresse und Telefonnummer gefragt, selbst dann, wenn die reklamierte Ware direkt getauscht wird. Warum will dieses Unternehmen wohl diese Daten? Was passiert, wenn ein Kunde diese Daten nicht geben will?
Manchmal geht es nicht ohne persönliche Daten. Manchmal ist es dann sogar notwendig, tatsächlich die reellen, eigenen Daten anzugeben. Wer einen Mobilfunkvertrag will, dem bleibt kaum eine Wahl. Mobiltelefone sind allerdings auch eine Datenquelle par excellence. Schon die Wahl des Tarifs und des Telefonmodells geben Hinweise auf die Zielperson. Im laufenden Betrieb liefert das Telefon dann
- Bewegungsdaten, oft bis auf wenige Meter genau1,2
- Nutzungsdaten, sekundengenau
- verknüpfte Personen über die Verbindungsdaten
- bei Bedarf Live-Ton, unbemerkt vom Benutzer3
Das Prinzip "Prepaid" kommt, außer in diesem Moment, ganz ohne persönliche Daten aus. Allerdings dürfte es keine allzu schwere Aufgabe sein, im Bekanntenkreis jemanden zu finden, der beim gewünschten Anbieter bereits Kunde ist. Dessen Daten sind also bereits vorhanden. Was spricht also dagegen, die Freischaltung der Karte über diese Person abzuwickeln? Der Datenspender profitiert letztendlich auch von der Verrauschung seiner Beweguns- und Nutzungsprofile. Das Guthaben der Karte sollte man allerdings nur mit Bargeld aufladen, schon eine einzige Buchung per EC- oder Kreditkarte macht die Verschleierung hinfällig.
Gegen Verbindungs-, Nutzungs- und Bewegungsdaten kann man nichts ausrichten. Um das Telefon benutzen zu können muß es angemeldet sein. Also gilt es, diese Daten zu minimieren. Das erfordert ein wenig Selbstdisziplin. Muß das Telefon 24 Stunden täglich eingeschaltet sein? Ist die Erreichbarkeit so wichtig, um das Gerät ständig bei sich zu tragen? Öfter mal abschalten hilft, Spuren zu vermeiden. Dabei sollte man aber daran denken, den Akku zu entfernen.
Quellen:




