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Friday, April 25. 2008
Arschlöcher as in geballt
Einen offenen Brief an die Okkupantin des zweithöchsten Amtes im Staat haben sie geschrieben. Ich hab's selbst nicht nachgezählt, aber heise spricht von rund 200 Unterzeichnern.
Darunter sind eine Menge Menschen, deren Namen man nicht unbedingt kennt, aber auch Einige, die durchaus "berühmt" sind. Sie lassen sich vor den Karren der Content-Mafia spannen und verbreiten dreiste Lügen. Zehnmal soviele Downloads in Tauschbörsen wie legal gekaufte Objekte? Bullshit. Wer hat denn diese Zahlen erhoben? Na? Und wie weit darf man solchen Zahlen wohl trauen?
Bevor ihr diesen Dreck mit eurem Namen versehen habt, habt ihr überhaupt auch nur eine Sekunde lang nachgedacht? Ist euch, die ihr von euch behauptet, die Speerspitze des kulturellen Schaffens zu sein, bewußt, was eure Brötchengeber in letzter Zeit so getan haben? Was für einen widerlichen Feldzug eure Vermarkter und Produzenten seit Jahren unternehmen, um euren Fans, den Menschen, die wirklich für euer ach so kreatives Werken bezahlen, jegliche Rechte am Erworbenen zu nehmen? Ist euch auch nur für einen Moment der Gedanke gekommen, das Konsumenten irgendwann die Schnauze voll haben?
Bei so ziemlich jeder aktuellen DVD muß man einen Spot über sich ergehen lassen (User Permissions, danke Hollywood...NICHT.), der eine simple Ordnungswidrigkeit (Nein, das sogenannte Raubkopieren ist kein Verbrechen, auch wenn ihr etwas Anderes behauptet.) zu einem gemeingefährlichen Verbrechen hochstilisiert und mich als ZAHLENDEN Konsumenten beleidigt. Genau dieselbe Leier betet ihr im Kino vor jedem Film herunter. Diesen Spot habe ich mir exakt ein Mal im Kino und ein Mal auf DVD angetan. Seitdem zahle ich nicht mehr. Wenn ihr mich beleidigt, bitteschön. Ich hab's wahrlich nicht nötig, mich beleidigen zu lassen. ICH kann auf euch verzichten. IHR auf mich nicht. Denn bis zu diesem Punkt habe ich einen (wenn auch kleinen) Teil zu eurem Verdienst beigetragen.
Jahrelang dürfen wir uns schon über "Kopierschutzmaßnahmen" ärgern, die es uns Musikliebhabern unmöglich macht, eure Werke da zu genießen, wo wir Lust darauf haben. Statt einem technisch einwandfreiem Datenträger liefert ihr uns Müll. Dankeschön.
Eure Produzenten suchen derweil in grauenhaften und völlig talentfreien Casting-Shows nach der nächsten Melkkuh. Ist euch immer noch nicht aufgegangen, daß es den Sony-BMG-Warner-EMI-Geffen-Virgin-[insert MajorLabelCode here]-Drecksäcken gar nicht um eure Musik, euren Film, euer Werk geht? Die wollen Geld verdienen. Kohle. Penunzen. Harte Währung. Künstlerische Freiheit ist einen Dreck wert, wenn erst der Major-Vertrag winkt.
Aber anscheinend seit ihr jetzt arriviert genug, um ins selbe Horn zu stoßen. Habt ihr euch nie gefragt, warum zum Beispiel Die Ärzte mit ihrer deutlichen Aussage gegen Kopierschutzmaßnahmen und mit der Veröffentlichung einer Single, die aussieht wie eine selbstgefertigte Kopie, Erfolg haben? Ich verrat's euch: Ob man deren Musik mag oder nicht, sie hat einen eigenen Stil. Konsequent. Und sie kümmern sich um ihre Fans. Die Drei gehen sogar soweit, daß sie selbst eine Seite mit Bootlegs ihrer Konzerte endorsen. Und sie verdienen seit fast 30 Jahren ihren Lebensunterhalt damit. Klingelt's?
Ich werde jedenfalls den morgigen Tag nutzen. Ich werde eure Namen in eine Liste eintragen. Und dann gehe ich durch meine mehrere hundert Stück umfassende CD- und LP-Sammlung. (Ja, ich bin so ein alter Sack, ich hab' tatsächlich mehr als 200 LPs. So Vinyl. 12". Schaut bei wikipedia, wenn ihr's nicht kennt.) Und durch meine ungefähr halb so große DVD-Sammlung. Ich werde alles, was ihr geschaffen habt, aussortieren. Und morgen Abend, zum Einbruch der Dunkelheit, übergieße ich den Haufen mit Benzin und werde genüßlich einen leckeren Rotwein trinken, während ich zusehe, wie eure Werke brennen.
Das schadet zwar in erster Linie nur mir, aber Katharsis ist manchmal ein schmerzhafter Prozeß. Mich habt ihr endgültig verloren.
(Oh, und: Ossy, falls Du hier mitliest: Buche mich NIEMALS für eine Show mit einem der Unterzeichner. Das könnte geschäftsschädigend für dich werden.)
Thursday, February 14. 2008
Wo ist die Grenze?
Im Jemen liegt die legale Grenze für´s Heiraten bei ungefähr neun Jahren. Nehmen wir einfach mal an, es gibt sowas wie einen jemenitischen Pornomarkt (Und ich könnte wetten, so was gibt´s. Den Sexualtrieb hat noch keine Gesellschaft ausgemerzt.). Wie alt werden dann in einheimischen Produktionen wohl die Darstellerinnen sein? Ist das Kinderpornographie? Nach westlicher Definition sicher. Nach Einheimischer wohl kaum.
Nehmen wir mal weiter an, ein Buzzword-geschädigter Jemenit beschließt, eine Bildergalerie mit seinen Lieblingspornos ins Netz zu stellen. Zu abwegig? Dann denken wir uns einfach einen 13-jährigen Malteser. Oder einen 14-jährigen Spanier. Einen 15-jährigen Deutschen. So einen Drei-Käse-hoch-Casanova. Der seine Mobiltelefonkamera am Liebsten auf entblätterte Gleichaltrige richtet. Ist das dann Kinderpornographie? Nach westlicher Definition sicher. Ist der Junge also ein Verbecher?
Spielen wir das Gedankenexperiment mal weiter. Der Junge hat ja sicherlich auch Menschen im Bekanntenkreis, die nicht Sexualpartner sind. Und der Eine oder Andere fotografiert auch gerne. So ein Tauschring ist übers Netz ruckzuck eingerichtet. Das ist aber noch viel schlimmer als Kinderpornographie, das ist nämlich ein Kinderpornographie-Tauschring. Sozusagen gewerbsmäßig auf der Schwerverbrecher-Seite.
Immer noch zu abwegig? Dann begib dich mal unter Jugendliche. Schau dir mal an, wieviele Erstgebärende jünger als 16 Jahre sind (süddeutsche zeitung) (adeba-Forum junge Mütter). Und was ist, wenn so eine junge Mutter ein Erinnerungsfoto ihres Zöglings in der Badewanne schießt? Ganz klar: Kinderpornographie. (Da fällt mir ein, muß ich meine Eltern jetzt anzeigen?)




