Saturday, December 22. 2007
Sie haben mich doch noch erwischt
Unerwartet und hinterrücks bin ich doch noch auf einem Weihnachtsmarkt gelandet. Dazu noch in Köln. Über Köln könnte ich jetzt so Einiges sagen. Und über Weihnachtsfeiern, speziell welche bei so ganz bestimmten Firmen. Über die Menge konsumierter Genußmittel diversester Couleur. Über Taxifahrer, die sich zum Kabarettisten und Fremdenführer berufen fühlen. Über die unzähligen Versuche, die Straße, in der das Hotel liegt, endlich an der richtigen Stelle in der richtigen Richtung zu treffen. Über merkwürdige Ausschankmodalitäten. Über das hervorragende Menü, obwohl der Rehrücken ein wenig mürber dem Rest des Buffets eher gerecht gewesen wäre. Über "Frühstück bis zehn", falsche Weckrufe und Renovierbedürftigkeit. Über rechtzeitiges und ausreichendes Lüften mit besonderer Berücksichtigung von Hotelzimmern. Über "bestimmt nur eine Viertelstunde Umweg" die dann zwei Stunden dauerten und den zweimal gesichteten Dom. Über unterschiedliche Behaarungsgrade. Über die Auswirkungen vegetarischen Fast Foods auf Mitfahrer. Über gleich-am-Tisch-schlafen. Über aus der Nachtschicht auf die Party gehen. Über den klaren Punktsieg der Fischköppe über die Jecken (waren von den Bazis eigentlich auch welche da?) beim "Zeit mit Trinken in der Kneipe verbringen". Über "Will noch wer Gummibären?" und "Braucht noch wer Kugelschreiber?". Über "Ich hol´ noch eben ein Bier.". Über Kölsch und zuwenig Beck´s. Über Menschen, die auf der linken Spur nicht Gas geben wollen und solche, die es tun. Über das Problem, sechs Leute in Raucher und Nichtraucher zu teilen und die entsprechenden Schüssel und Zettel zuzuordnen. Über die Teile des Abends, die sich nur durch die unvermeidlichen Fotos rekonstruieren lassen. Über die Fotos, deren Entstehung sich auch kollektiv nicht erklären ließ. Über die tatsächliche Anzahl der Getränke, die wer wem wann mitgebracht hat. Über das angenehme "Ihr habt mich eingeladen, kümmert euch.". Über das hervorragende Kümmern. Über nachtragende Abteilungsleiter in anderen Firmen. Über die pathologische Prägung des Arbeitsplatzes in Bezug auf TV-Konsum. Über Chefs, die Fachsimpeleien mit Getränkenachschub unterbrechen. Über die Idee, eine Tankstelle mittels Sanifair-Coupons zu pachten. Über die lustigsten Kollegen, die man haben kann. Über ungefähr alle Witze zum Thema "Frauen und Schuhe", die man zu fünft machen kann, inklusiver derer, die sich durch ein gleichzeitig ausgestelltes Motorrad ergeben. Über mehr Macs im Bus als auf dem Schreibtisch. Über den ganzen Spaß, den wir hatten.
Aber nach mageren 13 Stunden Schlaf innerhalb der letzten 64 Stunden bin ich einfach zu müde, das alles zu erzählen.




