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Saturday, January 26. 2008
Klar wie Quellwasser
Vor diversen Jahren, als ich so ungefähr 12 war, verbrachte meine Familie mit mir einen Urlaub an der südspanischen Küste. Ein paar der miturlaubenden Menschen beschlossen, etwas außerhalb der Bucht schnorcheln zu gehen. Da mußte ich natürlich hinterher. Dummerweise gab´s vor der Mündung der Bucht eine heftige Querströmung, und unerfahren, wie ich war, versuchte ich natürlich dagegen ankämpfen. Die logische Folge: Ich war auf bestem Weg, zu Ertrinken. (Die Existenz dieser Zeilen mag als Beweis gelten, das ich es nicht tat.)
Diese Erfahrung ist seitdem so tief verankert, das mich manchmal selbst in Schwimmbädern Panikattacken hilflos machen. Und mit hilflos meine ich: absolut hilflos.
Die Reaktion des Körpers auf Ertrinken, Ersticken und ähnlich unangenehme, lebensbedrohende Situationen ist nicht kontrollierbar. Es ist eine der elementarsten Angstreaktionen.
Genau diese Angstreaktion nutzt das "Waterboarding", eine widerlich verniedlichende Bezeichnung für eine der grausamsten und wirkungsvollsten Foltermethoden. Wie effektiv diese Methode ist, kann man hier nachlesen. (via fefe)
Ein Staat, der Folter erlaubt, hat in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Menschen, die von "verschärften Verhörmethoden" sprechen und dabei auch noch glauben, es gäbe auch nur ein Argument für Folter, ebenso.
Spätestens seit der Inquisition sollte eigentlich klar geworden sein, das Folter ganz gewiß nicht zu wahrheitsgemäßen Aussagen führt.
Aber vielleicht will man in Guantanamo gar nicht die Wahrheit finden. Al-Libys Aussagen waren, obwohl vollständig falsch, durchaus hilfreich für die Rechtfertigung eines Angriffskriegs.




