Einerseits bläuen Frauen uns Männern in ihrer Eigenschaft als Mütter konsequent ein, daß man einer Frau, die man im Bademantel mit vermutlich keinerlei Wäsche darunter überrascht soviel Höflichkeit entgegenbringt, daß man kein Wort über ihre verlockend femininen Rundungen und die Lässigkeit ihrer Bekleidung verliert, andererseits verlangen eben diese Frauen von uns Männern, daß wir, wenn wir sie denn so in ihrem Bademantel erwischen, schlagfertig überzeugende Komplimente oder, wenn die Beziehung zu ihr dies anrät, schlüpfrige Kommentare anbringen.
Wie sollen wir das denn auseinanderhalten?
Wenn man in Diskussionsrunden zum Thema Rechtsstaat und Demokratie an der Verfassung Deutschlands zweifelt kommt früher oder später garantiert jemand mit der Aufforderung
Wenn´s dir nicht paßt, dann wander doch aus. Zwingt dich ja niemand hier zu leben.
Vor 1989 hieß es auch gerne "dann geh doch rüber". Das ist im Prinzip gar keine schlechte Idee. Die erste Frage ist: Wohin? Und da fängt das Problem schon an. Wenn man die Wahl zwischen der "Koalition der Willigen" und der "Achse des Bösen" hat, wenn die möglichen Destinationen in einem ähnlichen Zustand wie der Ausgangspunkt sind ist eine Relokation eigentlich absurd.
Warum sollte ich mich der Repression und Überwachung in einem fremden Land stellen, wenn ich doch die hiesige schon seit Jahren kenne? Sicherlich, manches würde sich ändern, einiges vielleicht sogar zum Besseren, aber in der Summe hat man nur die Wahl, von wem man sich unterdrücken läßt.
Das zweite Problem, das sich stellt: So ein Länderwechsel ist doch aufwendiger als ein Umzug in die nächste Stadt. Auch wenn angeblich eine EU-weite Freizügigkeit garantiert ist, spätestens vor Ort wird man mit den xenophoben Vorstellungen der Landesjurisdiktion konfrontiert.
Das Wichtigste, für so einen Schritt ist Geld. Je mehr man davon hat und mitbringt, desto einfacher wird einem der Zuzug gemacht. Der Umzug an sich kostet auch eine Kleinigkeit. Und steht damit außer Frage für einen Großteil der Bevölkerung. Was soll ein unzufriedener Hartz-IV-Empfänger mit nicht mal 400 Euro im Monat denn bewerkstelligen? Die Zeiten in denen man versteckt im Zug in die Budapester Botschaft ziehen konnte sind vorbei.
Auszuwandern bleibt also eine Lösung für die Wenigen, die es sich leisten können. Mit der Möglichkeit zu argumentieren um Kritik oder Protest zum Schweigen zu bringen ist armselig und geht an der Realität vorbei.
Das ver.di und die Telekom sich irgendwann einig werden war absehbar. In der Diskussion werden ständig Zahlen hin und her geworfen. Schauen wir uns die doch mal an.
Die Telekom will zwischen 500 und 900 Millionen Euro jährlich sparen. Der Gewinn (also mehr oder weniger das, was tatsächlich übrig bleibt) im ersten Quartal 2007 liegt ziemlich nahe dieser Spanne1. Der angepeilte Brutto-Gewinn beträgt in diesem Jahr 19 Milliarden Euro.
Unter dem Strich verdiente die Telekom nur 459 Millionen Euro. Das sind 58 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten 793 Millionen Euro auf ihrer Rechnung gehabt. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick begründete den herben Gewinneinbruch mit Abschreibungen auf die erworbenen österreichische tele.ring und die polnische PTC. (1)
Der herbe Gewinneinbruch liegt also an Abschreibungen. Für Menschen, die nicht so genau wissen was das ist: Die Telekom hat die Firmen tele.ring und PTC gekauft. Das hat eine Menge Geld gekostet, so ungefähr 3,5 Milliarden Euro. Diese Investition nutzt sich aber nicht sofort ab, auch nach einem Jahr gehören diese Firmen noch der Telekom. Also darf die Gesamtsumme nur zu einem Teil vom Gewinn abgezogen werden, dafür aber mehrere Jahre hintereinander. Anders gesagt: Der Gewinn der Telekom sieht so klein aus, weil eine Ausgabe aus einem anderen Jahr angerechnet werden darf.
Die polnische PTC war schon 2003 zu 49% im Besitz der Telekom2,
den größten Teil des Rests konnte sich Kai-Uwe Ricke dann im Februar
2005 sichern. Seitdem besitzt die Telekom eine 97%-Mehrheit der Aktien3. Der Aufkauf der östereichischen tele.ring ist im August 2005 in die Wege geleitet4 und 2006 im April letztendlich genehmigt worden5.
Trotz dieser rechnerischen Gewinnverminderung erwirtschaftet die Telekom über 450 Millionen Euro nach Steuern, Zinsen, Abschreibungen. Das reicht dem Obermann und insbesondere seinen Aktionären natürlich nicht, sie lechzen nach mehr, mehr, mehr. Was liegt also näher, die Arbeitnehmerschaft mal ein bißchen zur Ader zu lassen?
Ich kann zwar verstehen, das ein Unternehmer gerne irgendwo Kosten spart, aber bei so einem Geschäftsergebnis die geforderten Einschnitte mit solch einer Vehemenz zu verteidigen finde ich menschenverachtend. Dem Unternehmen geht es gut. Es wirft Gewinn ab. Der Aktienkurs ist mager, aber erträglich. Einzig die Gier bringt die Verantwortlichen zu diesem Schritt. Unternehmerisch notwendig ist er nicht.
Quellen:
Bin gerade über einen Notizzettel gestolpert, auf dem ich mal einige Ideen für die Werbung eines Baumaschinenhändlers aufgeschrieben hatte. (Ja, so einen Blödsinn macht man manchmal...)
Was ich mir wohl beimit 136 PS ist man niemals falsch angezogengedacht habe?

