Entries tagged as folter
Thursday, February 28. 2008
Nicht so fromme Wünsche
Ich wünsche allen, die "nichts zu verbergen" haben, die die Sperrung von wikileaks.net unterstützen, die nichts dabei finden, wenn Webseiten-Besucher erkennungsdienstlich behandelt werden, die damit leben können, das Unschuldige wie Schwerverbrecher behandelt werden, die einen Folter befürwortenden Verfassungrichter akzeptabel finden, die kein Problem damit haben, Atommüll im Trinkwasser zu konsumieren, die wirklich die Märchen von den angeblichen Terroristen glauben, die der Meinung sind, 4,25€ täglich reichen zum Überleben, die glauben, das ALGII-Empfänger nur zu faul zum Arbeiten sind, die das Märchen des angeblich immer potenter werdenden Cannabis kolportieren, die "Politically Incorrect" für eine Nachrichtenquelle halten, die die illegalen Angriffskriege gegen Afghanistan, den Irak und Serbien für gerechtfertigt halten,...
(Diese Liste ließe sich durchaus noch eine ganze Weile weiterführen. Es gibt im Moment so unglaublich viele Dinge, die so unglaublich falsch und menschenverachtend sind.)
...diesen Menschen wünsche ich, das sie mal so richtig von ihrer ach so hehren Weltordnung, ihrem so wundervoll funktionierendem Weltbild, ihrem so hervorragend funktionierendem Rechtsstaat, ihrer hach so überlegenen Weltordnung mal so richtig in den Allerwertesten gepimpert werden. Ohne Vaseline und Gummi.
Ums ganz klar auszudrücken: Wenn eins von euch Arschlöchern mir im Dunkeln begegnet wird nur einer von uns zurück ins Licht treten. Und ihr könnt davon ausgehen, das ich hinterher darüber blogge. (alternativer Titel: 12/70 und .50 für 20/4 und 227/32)
Saturday, January 26. 2008
Klar wie Quellwasser
Vor diversen Jahren, als ich so ungefähr 12 war, verbrachte meine Familie mit mir einen Urlaub an der südspanischen Küste. Ein paar der miturlaubenden Menschen beschlossen, etwas außerhalb der Bucht schnorcheln zu gehen. Da mußte ich natürlich hinterher. Dummerweise gab´s vor der Mündung der Bucht eine heftige Querströmung, und unerfahren, wie ich war, versuchte ich natürlich dagegen ankämpfen. Die logische Folge: Ich war auf bestem Weg, zu Ertrinken. (Die Existenz dieser Zeilen mag als Beweis gelten, das ich es nicht tat.)
Diese Erfahrung ist seitdem so tief verankert, das mich manchmal selbst in Schwimmbädern Panikattacken hilflos machen. Und mit hilflos meine ich: absolut hilflos.
Die Reaktion des Körpers auf Ertrinken, Ersticken und ähnlich unangenehme, lebensbedrohende Situationen ist nicht kontrollierbar. Es ist eine der elementarsten Angstreaktionen.
Genau diese Angstreaktion nutzt das "Waterboarding", eine widerlich verniedlichende Bezeichnung für eine der grausamsten und wirkungsvollsten Foltermethoden. Wie effektiv diese Methode ist, kann man hier nachlesen. (via fefe)
Ein Staat, der Folter erlaubt, hat in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Menschen, die von "verschärften Verhörmethoden" sprechen und dabei auch noch glauben, es gäbe auch nur ein Argument für Folter, ebenso.
Spätestens seit der Inquisition sollte eigentlich klar geworden sein, das Folter ganz gewiß nicht zu wahrheitsgemäßen Aussagen führt.
Aber vielleicht will man in Guantanamo gar nicht die Wahrheit finden. Al-Libys Aussagen waren, obwohl vollständig falsch, durchaus hilfreich für die Rechtfertigung eines Angriffskriegs.




