Tuesday, July 10. 2007
Nebeneinkünfte reloaded
Tuesday, July 3. 2007
Eine Nummer sie alle zu identifizieren
Seit zwei Tagen wird sie vergeben, die eindeutige Steueridentifikationsnummer, die bei Geburt verliehen und erst 20 Jahre nach dem Tod gelöscht wird. Vordergründig soll diese neue Nummer angeblich dazu dienen, die Arbeit der Finanzämter zu erleichtern. Das Argument ist allerdings mehr als fadenscheinig.
Sobald man in irgend einer Form eine monetäre Entlohnung für Geleistetes erhält wird beim Finanzamt des Wohnorts eine Steuernummer angelegt. Diese Nummer ist eindeutig. Sie ändert sich bei zwei Ereignissen, wenn man umzieht oder sich selbständig macht. Daher wird eine Steuernummern-Historie gespeichert. Welchen Vorteil bringt die neue Nummer also? Sicherlich wird ein wenig Arbeit gespart, wenn die beiden Änderungsfälle wegfallen. Ist das Einsparung genug?
Die neue Nummer wird mit den Daten aus den Melderegistern verknüpft und zentral gespeichert. Vorher wurden die Steuernummern dezentral im jeweiligen Finanzamt vergeben und verwaltet, jetzt gibt es eine nationale Sammelstelle. Diese zentrale Sammlung und die Verknüpfung der Daten bergen ein erhebliches Risiko für die Bürger. Spätestens, wenn die Steuernummer mit der noch zu schaffenden Wirtschafts-ID, die zur Zeit geplant ist, verknüpft wird liegen alle Daten des Betroffenen offen. Die Zweckbindung von Daten ist mittlerweile nur noch Makulatur, was aus erhobenen Daten wird sieht man nicht zuletzt bei der Lkw-Maut.
Warum brauchen wir diese Nummer? Die derzeitigen Steuernummern werden dezentral gespeichert und verwendet. Wenn ich umziehe geht es das neue Finanzamt nichts an, was ich vorher mit dem Alten zu tun hatte. Ein eindeutiges, lebenslanges Identifikationsmuster habe ich schon, die Personalausweisnummer. Mit der werden glücklicherweise herzlich wenig Daten verknüpft. Wozu brauchen wir diese Nummer also?
Mehr Steuergerechtigkeit ist eins der Argumente. Das erschließt sich mir so gar nicht. Wie kommt es denn zu mehr Steuergerechtigkeit, wenn die Daten jetzt zentral gespeichert werden? Geht da ein Finanzbeamter dran und macht mal so einen Vergleich über die gesamte Datenbank? Wohl kaum. Aber es klingt gut.
Für diese Nummer gibt es wohl nur ein Argument. Der Staat will endlich mal verlässliche Daten darüber, wer wann was wo tut und mit wem er dabei in Kontakt tritt. Da muß man zuerst mal mit der sicheren Identifizierung des Individuums anfangen. Da zentrale Personenkennziffern bisher aber eher auf Ablehnung stießen wird das jetzt eben über die Steuerpflicht erledigt. Wer sich dagegen wehrt darf sich gerne mal mit den Strafen, die das StGB für Steuerhinterziehung vorsieht auseinandersetzen.
Ob die vor kurzem angelegten Anti-Terror-Datenbanken im Design vielleicht schon ein passends Feld für die neue Nummer haben?
Monday, July 2. 2007
Woran mangelt´s wirklich?
Was macht man also als Arbeitgeber, wenn unter den heimischen Arbeitslosen zwar durchaus passende Bewerber zu finden sind, deren Preis aber so gar nicht zu den eigenen Vorstellungen passt? Richtig, man denkt über Outsourcing nach. In diesem Fall soll die Produktion der Fachkräfte, von der Geburt bis zur Ausbildung, im Ausland kostengünstig von Statten gehen. Wenn die Fachkraft dann frisch ausgebildet und damit reif ist, wird sie kurzerhand importiert um für kleines Geld die vakante Stelle zu besetzen.
Haben wir einen Fachkräftemangel oder eher einen Mangel an zahlungswilligen Arbeitgebern? Die Aufmerksamtkeitsspanne des Durschnittsbürgers scheint jedenfalls so kurz zu sein, daß man sich widersprechende Nachrichten problem- und protestlos innerhalb weniger Tage veröffentlichen kann.Thursday, June 28. 2007
Interessante Informationen
Saturday, June 23. 2007
Kompromiss
Das ver.di und die Telekom sich irgendwann einig werden war absehbar. In der Diskussion werden ständig Zahlen hin und her geworfen. Schauen wir uns die doch mal an.
Die Telekom will zwischen 500 und 900 Millionen Euro jährlich sparen. Der Gewinn (also mehr oder weniger das, was tatsächlich übrig bleibt) im ersten Quartal 2007 liegt ziemlich nahe dieser Spanne1. Der angepeilte Brutto-Gewinn beträgt in diesem Jahr 19 Milliarden Euro.
Unter dem Strich verdiente die Telekom nur 459 Millionen Euro. Das sind 58 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Analysten hatten 793 Millionen Euro auf ihrer Rechnung gehabt. Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick begründete den herben Gewinneinbruch mit Abschreibungen auf die erworbenen österreichische tele.ring und die polnische PTC. (1)
Der herbe Gewinneinbruch liegt also an Abschreibungen. Für Menschen, die nicht so genau wissen was das ist: Die Telekom hat die Firmen tele.ring und PTC gekauft. Das hat eine Menge Geld gekostet, so ungefähr 3,5 Milliarden Euro. Diese Investition nutzt sich aber nicht sofort ab, auch nach einem Jahr gehören diese Firmen noch der Telekom. Also darf die Gesamtsumme nur zu einem Teil vom Gewinn abgezogen werden, dafür aber mehrere Jahre hintereinander. Anders gesagt: Der Gewinn der Telekom sieht so klein aus, weil eine Ausgabe aus einem anderen Jahr angerechnet werden darf.
Die polnische PTC war schon 2003 zu 49% im Besitz der Telekom2,
den größten Teil des Rests konnte sich Kai-Uwe Ricke dann im Februar
2005 sichern. Seitdem besitzt die Telekom eine 97%-Mehrheit der Aktien3. Der Aufkauf der östereichischen tele.ring ist im August 2005 in die Wege geleitet4 und 2006 im April letztendlich genehmigt worden5.
Trotz dieser rechnerischen Gewinnverminderung erwirtschaftet die Telekom über 450 Millionen Euro nach Steuern, Zinsen, Abschreibungen. Das reicht dem Obermann und insbesondere seinen Aktionären natürlich nicht, sie lechzen nach mehr, mehr, mehr. Was liegt also näher, die Arbeitnehmerschaft mal ein bißchen zur Ader zu lassen?
Ich kann zwar verstehen, das ein Unternehmer gerne irgendwo Kosten spart, aber bei so einem Geschäftsergebnis die geforderten Einschnitte mit solch einer Vehemenz zu verteidigen finde ich menschenverachtend. Dem Unternehmen geht es gut. Es wirft Gewinn ab. Der Aktienkurs ist mager, aber erträglich. Einzig die Gier bringt die Verantwortlichen zu diesem Schritt. Unternehmerisch notwendig ist er nicht.
Quellen:
- ARD - Kunden- und Gewinnschwund bei der Telekom
- tecchannel - Telekom: Übernahme von PTC geplatzt
- Wirtschafts Woche - Telekom schafft Fakten in Polen
- Deutschlandradio - Telekom kauft österreichische Telering
- dsl-tarife.de - tele.ring-Übernahme durch Telekom wird genehmigt




