Sunday, April 20. 2008
Kommt Kunst von Können?
Zum Einen: ich schreibe noch. Nur im Moment kaum hier. Und meist auch wenig Prosa. Aber das ändert sich auch wieder.
Zum Anderen: Ich kenne so ein paar Menschen, die man Künstle nennen kann. Die machen interessante, oft ästhetische, manchmal aber auch einfach krude Dinge. Für eine kleine, rührige Kunststiftung habe ich mal gedienstleistet. Mit der Leiterin dieser Stiftung hatte ich mal eine längere Diskussion, was Kunst ist. Mein Problem dabei ist: Wenn ich mir etwas ansehe, anhöre, etwas rezipiere, das von jemand Anderen "kunstvoll" gefertigt wurde, möchte ich irgendwo verstehen, worum es geht. Nicht, das jede Kunst zwangsläufig eine Botschaft transportieren muß, ein schönes Bild, eine gelungene Skulptur macht auch ohne Freude.
Aber irgendwas muß schon da sein. Die Einladungen zu neuen Ausstellungen in dieser Stiftung werden immer von Künstlern gestaltet. Eine davon war ein DIN A4 Hochglanzblatt. Die eine Seite war, bis auf einen ca. 3cm breiten, diagonalen weißen Strich, vollständig schwarz. Auf der Rückseite war ein kleiner Absatz Text in typischer Schreibmaschinenschrift. Name der Ausstellung, Zeit und Ort der Eröffnung. Keine weiteren Informationen. Wenn sich dahinter mehr als drei Panorama-Fotos einsamer Landschaften verborgen hätte, vielleicht hätte ich verstanden, was mir die Einladung sagen will.
Noch viel besser finde ich allerdings die Kunstobjekte, die ich heute bei der Galerie Hundertmark gefunden habe. Eine kleine Auswahl:
Ken Friedman, "AN EVENT CALLED POSTER BOARD BY KEN FRIEDMAN"
1967, eine Papiertüte mit einem Etiket in der Tüte sind sienbenmal die gleichen Tüten.
signiert und datiert, 31 x 22 cm, 800,-EURO. (Galerie Hundertmark)
Al Hansen , "Vulkandienst"
Eine angebrannte Postkarte, signiert, 200,-EURO. (ebenda)
Es ist ja nicht so, das ich den Künstlern ihren Erfolg nicht gönne. Ganz im Gegenteil. Aber bei einer angebrannten Postkarte fühle ich mich als Rezipient verarscht. Das wirkt, als wolle der Künstler sagen: "Nimm hin, denn was ich wirklich sagen will, was ich wirklich zeigen will, das verstehst du Kretin nicht." Oder als wüßte er genau: Wenn er seinen Namen druntersetzt, ist auch ein Kuhfladen Sammlerobjekt.
Thursday, February 21. 2008
Vereinfachtes Verfahren
Thursday, February 14. 2008
Wo ist die Grenze?
Im Jemen liegt die legale Grenze für´s Heiraten bei ungefähr neun Jahren. Nehmen wir einfach mal an, es gibt sowas wie einen jemenitischen Pornomarkt (Und ich könnte wetten, so was gibt´s. Den Sexualtrieb hat noch keine Gesellschaft ausgemerzt.). Wie alt werden dann in einheimischen Produktionen wohl die Darstellerinnen sein? Ist das Kinderpornographie? Nach westlicher Definition sicher. Nach Einheimischer wohl kaum.
Nehmen wir mal weiter an, ein Buzzword-geschädigter Jemenit beschließt, eine Bildergalerie mit seinen Lieblingspornos ins Netz zu stellen. Zu abwegig? Dann denken wir uns einfach einen 13-jährigen Malteser. Oder einen 14-jährigen Spanier. Einen 15-jährigen Deutschen. So einen Drei-Käse-hoch-Casanova. Der seine Mobiltelefonkamera am Liebsten auf entblätterte Gleichaltrige richtet. Ist das dann Kinderpornographie? Nach westlicher Definition sicher. Ist der Junge also ein Verbecher?
Spielen wir das Gedankenexperiment mal weiter. Der Junge hat ja sicherlich auch Menschen im Bekanntenkreis, die nicht Sexualpartner sind. Und der Eine oder Andere fotografiert auch gerne. So ein Tauschring ist übers Netz ruckzuck eingerichtet. Das ist aber noch viel schlimmer als Kinderpornographie, das ist nämlich ein Kinderpornographie-Tauschring. Sozusagen gewerbsmäßig auf der Schwerverbrecher-Seite.
Immer noch zu abwegig? Dann begib dich mal unter Jugendliche. Schau dir mal an, wieviele Erstgebärende jünger als 16 Jahre sind (süddeutsche zeitung) (adeba-Forum junge Mütter). Und was ist, wenn so eine junge Mutter ein Erinnerungsfoto ihres Zöglings in der Badewanne schießt? Ganz klar: Kinderpornographie. (Da fällt mir ein, muß ich meine Eltern jetzt anzeigen?)
Saturday, February 9. 2008
if...then...else
- das Innenministerium dem Verfassungsgericht sagt: "Up your's.",
- das Justizministerium von Recht und Gesetz keine Ahnung hat und dem Verfassungsgericht sagt: "Your mama.",
- die Hälfte der Landesregierungen dem Verfassungsgericht sagt: "Lick my ***.",
- Wahlen zugelassen werden, die nicht mal ansatzweise den demokratischen Prinzipien entsprechen,
- sowieso erst mal alle Bürger als potentielle Steuerhinterzieher betrachtet werden,
- wir mal wieder bei einem Angriffskrieg mitmachen,
- unsere sogenannten Vertreter nicht die Cojones in der Hose haben, ihrem Auftrag zu folgen,
- zwielichtige Figuren hochrangige Ämter bekleiden,
- zwielichtige Figuren hochrangige Ämter bekleiden,
Wednesday, January 30. 2008
Konsequenz
Saturday, January 26. 2008
Klar wie Quellwasser
Vor diversen Jahren, als ich so ungefähr 12 war, verbrachte meine Familie mit mir einen Urlaub an der südspanischen Küste. Ein paar der miturlaubenden Menschen beschlossen, etwas außerhalb der Bucht schnorcheln zu gehen. Da mußte ich natürlich hinterher. Dummerweise gab´s vor der Mündung der Bucht eine heftige Querströmung, und unerfahren, wie ich war, versuchte ich natürlich dagegen ankämpfen. Die logische Folge: Ich war auf bestem Weg, zu Ertrinken. (Die Existenz dieser Zeilen mag als Beweis gelten, das ich es nicht tat.)
Diese Erfahrung ist seitdem so tief verankert, das mich manchmal selbst in Schwimmbädern Panikattacken hilflos machen. Und mit hilflos meine ich: absolut hilflos.
Die Reaktion des Körpers auf Ertrinken, Ersticken und ähnlich unangenehme, lebensbedrohende Situationen ist nicht kontrollierbar. Es ist eine der elementarsten Angstreaktionen.
Genau diese Angstreaktion nutzt das "Waterboarding", eine widerlich verniedlichende Bezeichnung für eine der grausamsten und wirkungsvollsten Foltermethoden. Wie effektiv diese Methode ist, kann man hier nachlesen. (via fefe)
Ein Staat, der Folter erlaubt, hat in meinen Augen jegliche Glaubwürdigkeit verspielt. Menschen, die von "verschärften Verhörmethoden" sprechen und dabei auch noch glauben, es gäbe auch nur ein Argument für Folter, ebenso.
Spätestens seit der Inquisition sollte eigentlich klar geworden sein, das Folter ganz gewiß nicht zu wahrheitsgemäßen Aussagen führt.
Aber vielleicht will man in Guantanamo gar nicht die Wahrheit finden. Al-Libys Aussagen waren, obwohl vollständig falsch, durchaus hilfreich für die Rechtfertigung eines Angriffskriegs.
Wednesday, November 14. 2007
Mobile Online-Durchuschung
Tuesday, October 30. 2007
Generationsbarriere
Viertgrößtes Pharmaunternehmen der Welt (lt. Wikipedia.de)
Hier gefunden:
Und mit diesem Wissen kann man dann mal drüber nachdenken, wie und wo die Novartis Stiftung so engagiert ist.Kritik
In Deutschland geriet der Konzern 2007 scharf in die Kritik wegen des Preises für das neu zugelassene Medikament Ranibizumab (Handelsname Lucentis®) zur Behandlung der feuchten Altersbedingten Makuladegeneration. Es ist etwa 50 mal teurer als das bis dahin vorrangig eingesetzte Avastin, das allerdings nicht für diesen Einsatz zugelassen ist. Mit der Zulassung von Lucentis darf Avastin nun nicht mehr verschrieben werden. Kritiker sehen in dem neuen Medikament lediglich eine Weiterentwicklung von Avastin, Novartis spricht dagegen von einem völlig neu entwickelten Medikament. Experten schätzen die Mehrkosten für das Gesundheitssystem allein durch dieses Medikament auf mehrere Milliarden Euro. Prof. Wolf-Dieter Ludwig, der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft, warf dem Konzern vor, daß er „für sein Monopol einen horrenden Preis“ verlange. Novartis sieht nach eigenen Berechnungen eine deutlich geringere Belastung für das Gesundheitssystem und verhandelt mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Krankenkassen über einen Preisnachlaß.[5]
Derzeit läuft eine Klage des Unternehmens gegen den Staat Indien, da dessen Patentrecht die Herstellung von deutlich verbilligten Generika vorsieht. Indien ist durch seine Patentrechtregelung, die keinen Patentschutz beispielsweise bei nur geringfügig veränderter Wirkstoffzusammensetzung vorsieht, zum wichtigsten Ursprungsland erschwinglicher Medikamente für arme Menschen in Entwicklungsländern geworden. Diese können sich häufig eine Behandlung mit Originalpräparaten nicht leisten, was besonders im Falle von Medikamenten gegen Tuberkulose oder HIV/AIDS schweres Leiden mit sich zieht. Die Klage von Novartis wird vor allem von NGOs wie Ärzte ohne Grenzen stark kritisiert, da bei einem Urteil gegen die indische Regierung Millionen Menschen weltweit ohne bezahlbare medizinische Hilfe dastünden.[6] Die Klage wurde am 7. August 2007 abgewiesen, da sich das indische Gericht für unzuständig erklärte und Novartis an das Schlichtungstribunal der WTO verwies. [7]
Im Oktober 2007 wurde Novartis „für die Bespitzelung ihrer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer“ mit dem Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie „Arbeitswelt“ ausgezeichnet.
Friday, October 26. 2007
Vergebliche Liebesmüh´
In den Niederlanden sind sie nicht mehr zugelassen, die schachspielenden Wahlmanipulationsmaschinen von Nedap. Die Stadt Hamburg will trotzdem bei der nächsten Bürgerschaftswahl den "digitalen Wahlstift" einsetzen. Die Vorgehensweise spottet jeder Beschreibung. Wahlzettel, die mit einem normalen Stift ausgefüllt werden, sind ungültig. Briefwahlzettel werden von Wahlhelfern "nachgemalt". Bei Differenzen zählt das Computerergebnis. Nachgezählt wird sowieso nur in einer gut 1% großen Stichprobe. Der Auswertungslaptop läuft mit dem für seine bahnbrechende Sicherheit bekannten Betriebssystem Windows XP. Die Sicherheitsprüfung der PTB nach Common Criteria hat mit den Ansprüchen einer freien, direkten und geheimen Wahl ungefähr soviel zu tun wie ein Glas Senf.
Wie schon bei Diebold- oder Nedap-Wahlmaschinen werden sicherlich auch hier sämtliche Beschwerden oder Klagen versanden. Nach dem beliebten "es kann nicht sein, was nicht sein darf"-Prinzip und weil der Hersteller die Zuverlässigkeit bescheinigt gilt das System als sicher, unmanipulierbar und überhaupt als der Weisheit letzter Schluß in Wahlfragen.
Der CCC hat spaßeshalber mal einen trojanischen Stift geklöppelt, mit dem sich unauffällig während der Wahl am auswertenden Rechner manipulieren läßt. Und ich frage mich: Bei den Aussichten, irgend etwas gegen diese grandiose Wählerverarsche zu tun, warum schließen sich nicht ein paar Menschen zusammen und manipulieren diese Wahl? Mahnen, Informieren, Klagen, das alles geht den Volksvertretern ungefähr auf Höhe der Antillen am Arsch vorbei. Wenn aber die APPD (die tritt doch wieder an, oder?) plötzlich in der Bürgerschaft sitzt, vielleicht gar mit einer bedeutenden Anzahl Sitzen, dann wacht vielleicht mal jemand auf.




