Monday, June 23. 2008
Verzweiflungstat?
Thursday, May 15. 2008
Autsch, nicht gut.
Bei SourceForge benutzt man so einen passwortlosen Zugang für Entwickler. Den Schlüssel muß man selbst erzeugen und dort hinterlegen. Wieviele der mehreren hunderttausend SF-Nutzer haben wohl schwache Keys? Wieviele Projekte könnten also manipuliert sein, ohne das man es an Signaturen oder ähnlichem prüfen kann? Den Quellcode selbst nachlesen zu können ist ja eine tolle Sache. Es zu müssen, weil unter Umständen eine obskure Änderung mit einem kompromittiertem Schlüssel eine Hintertür aufmacht, das finde ich weniger amüsant.
Webserverzertifikate sind im Prinzip wertlos, weil selbst eine Angabe des Versionsstands der erzeugenden Software nicht klärt, ob der fehlerhafte Patch vorhanden ist. Damit ist natürlich auch https kein Schutz mehr. Schlüssel für Paket-Repositories sind verdächtig, insbesondere natürlich die sämtlicher Debian-Derivate. MD5-Hashes helfen hier auch nicht weiter, mal abgesehen von der viel zu einfachen Fälschung, mir bleibt keine Möglichkeit, die Authentizität des Hashes an sich zu prüfen.
Eine der größten Ängste, die Entwickler von Verschlüsselungsverfahren haben, ist, das jemand eine elegante und effiziente Methode zum Faktorisieren von Primzahlen findet. Das würde auf einen Schlag fast jede Verschlüsselungsmethode wertlos machen. Die jetzige Situation ist nahe an diesem Super-GAU. Ich kann nicht nur fremden Daten nicht mehr vertrauen, auch meine eigenen könnten korrumpiert sein. Und ich habe keine befriedigend sichere Möglichkeit, das zu ändern oder zumindest zu prüfen.
Gar nicht gut.
Einstiegshürde
Ein neues Spielzeug, fein fein. Ein Toshiba Satellite M30x-122. Das mitgelieferte XP home, wer braucht das? Und weil ich schon lange was Neues ausprobieren wollte, sollte diesmal Ubuntu, genauer Kubuntu drauf. Laut einer halben handvoll Erfahrungsberichte im Netz sollte das zumindest mal funktioniert haben. Und Kubuntu 8.04 gibt's auch mit KDE 4. Das wären dann gleich drei neue Spielzeuge.
Kubuntu 8.04 mit KDE 4 läßt mich aber nicht. Die Installation läuft problemlos. Der Systemstart auch. Im Login-Bildschirm dauert's dann maximal zehn Sekunden, bis der Rechner einfriert. Der Mauszeiger läßt sich zwar noch bewegen, ansonsten reagiert aber nur noch die Einschalttaste, wenn man sie lange genug drückt. Eine kurze Websuche ergab leider nichts passendes. Na gut, versuchen wir's dann mal mit der als "rock solid" angepriesenen Variante mit KDE 3.5.
Die Installation verläuft mal wieder problemlos. Anmelden geht diesmal. Aber nur 800x600 Punkte? Und das auf einem 16:10-Display? Das ist häßlich. Dummerweise habe ich den Testmodus für den X-Server nicht gefunden, habe also mutig mal die gewünschte Auflösung und Hardware eingestellt. Das war ein Fehler. Es gibt zwar noch so was wie ein Bild, aber die visuelle Information reicht nicht mal, um die Anmeldemaske zu identifizieren. Im "Recovery Mode" gibt es neben der Option, zur Root-Shell zu kommen, auch den Punkt "Fix x-server". Der macht auch was, die Anmelde-Maske geht wieder. Und stürzt mit den gleichen Symptomen wie die KDE 4-Version ab.
Die Logs geben leider nichts her. Das google auch nicht. Das war's für mich also erst Mal mit (K)ubuntu. Die Suse 10.3 läuft nämlich auf Anhieb sauber und mein Spieltrieb ist erschöpft.
Tuesday, April 29. 2008
Wer hätte das gedacht?
Friday, April 25. 2008
Vorschläge? Die Klasse? Irgend jemand?
Arschlöcher as in geballt
Einen offenen Brief an die Okkupantin des zweithöchsten Amtes im Staat haben sie geschrieben. Ich hab's selbst nicht nachgezählt, aber heise spricht von rund 200 Unterzeichnern.
Darunter sind eine Menge Menschen, deren Namen man nicht unbedingt kennt, aber auch Einige, die durchaus "berühmt" sind. Sie lassen sich vor den Karren der Content-Mafia spannen und verbreiten dreiste Lügen. Zehnmal soviele Downloads in Tauschbörsen wie legal gekaufte Objekte? Bullshit. Wer hat denn diese Zahlen erhoben? Na? Und wie weit darf man solchen Zahlen wohl trauen?
Bevor ihr diesen Dreck mit eurem Namen versehen habt, habt ihr überhaupt auch nur eine Sekunde lang nachgedacht? Ist euch, die ihr von euch behauptet, die Speerspitze des kulturellen Schaffens zu sein, bewußt, was eure Brötchengeber in letzter Zeit so getan haben? Was für einen widerlichen Feldzug eure Vermarkter und Produzenten seit Jahren unternehmen, um euren Fans, den Menschen, die wirklich für euer ach so kreatives Werken bezahlen, jegliche Rechte am Erworbenen zu nehmen? Ist euch auch nur für einen Moment der Gedanke gekommen, das Konsumenten irgendwann die Schnauze voll haben?
Bei so ziemlich jeder aktuellen DVD muß man einen Spot über sich ergehen lassen (User Permissions, danke Hollywood...NICHT.), der eine simple Ordnungswidrigkeit (Nein, das sogenannte Raubkopieren ist kein Verbrechen, auch wenn ihr etwas Anderes behauptet.) zu einem gemeingefährlichen Verbrechen hochstilisiert und mich als ZAHLENDEN Konsumenten beleidigt. Genau dieselbe Leier betet ihr im Kino vor jedem Film herunter. Diesen Spot habe ich mir exakt ein Mal im Kino und ein Mal auf DVD angetan. Seitdem zahle ich nicht mehr. Wenn ihr mich beleidigt, bitteschön. Ich hab's wahrlich nicht nötig, mich beleidigen zu lassen. ICH kann auf euch verzichten. IHR auf mich nicht. Denn bis zu diesem Punkt habe ich einen (wenn auch kleinen) Teil zu eurem Verdienst beigetragen.
Jahrelang dürfen wir uns schon über "Kopierschutzmaßnahmen" ärgern, die es uns Musikliebhabern unmöglich macht, eure Werke da zu genießen, wo wir Lust darauf haben. Statt einem technisch einwandfreiem Datenträger liefert ihr uns Müll. Dankeschön.
Eure Produzenten suchen derweil in grauenhaften und völlig talentfreien Casting-Shows nach der nächsten Melkkuh. Ist euch immer noch nicht aufgegangen, daß es den Sony-BMG-Warner-EMI-Geffen-Virgin-[insert MajorLabelCode here]-Drecksäcken gar nicht um eure Musik, euren Film, euer Werk geht? Die wollen Geld verdienen. Kohle. Penunzen. Harte Währung. Künstlerische Freiheit ist einen Dreck wert, wenn erst der Major-Vertrag winkt.
Aber anscheinend seit ihr jetzt arriviert genug, um ins selbe Horn zu stoßen. Habt ihr euch nie gefragt, warum zum Beispiel Die Ärzte mit ihrer deutlichen Aussage gegen Kopierschutzmaßnahmen und mit der Veröffentlichung einer Single, die aussieht wie eine selbstgefertigte Kopie, Erfolg haben? Ich verrat's euch: Ob man deren Musik mag oder nicht, sie hat einen eigenen Stil. Konsequent. Und sie kümmern sich um ihre Fans. Die Drei gehen sogar soweit, daß sie selbst eine Seite mit Bootlegs ihrer Konzerte endorsen. Und sie verdienen seit fast 30 Jahren ihren Lebensunterhalt damit. Klingelt's?
Ich werde jedenfalls den morgigen Tag nutzen. Ich werde eure Namen in eine Liste eintragen. Und dann gehe ich durch meine mehrere hundert Stück umfassende CD- und LP-Sammlung. (Ja, ich bin so ein alter Sack, ich hab' tatsächlich mehr als 200 LPs. So Vinyl. 12". Schaut bei wikipedia, wenn ihr's nicht kennt.) Und durch meine ungefähr halb so große DVD-Sammlung. Ich werde alles, was ihr geschaffen habt, aussortieren. Und morgen Abend, zum Einbruch der Dunkelheit, übergieße ich den Haufen mit Benzin und werde genüßlich einen leckeren Rotwein trinken, während ich zusehe, wie eure Werke brennen.
Das schadet zwar in erster Linie nur mir, aber Katharsis ist manchmal ein schmerzhafter Prozeß. Mich habt ihr endgültig verloren.
(Oh, und: Ossy, falls Du hier mitliest: Buche mich NIEMALS für eine Show mit einem der Unterzeichner. Das könnte geschäftsschädigend für dich werden.)
Diese kleinen Alltagsnickeligkeiten
- Wenn der Requisiteur des durchaus spannenden Films nicht nur eine im Film ziemlich häufig zu hörende Türklingel ausgewählt hat, die genau so klingt, wie die eigene, und der Hund auf jedes Klingeln im Film mit Knurren, Bellen und fragendem Blick zur Tür versucht herauszufinden, warum der Besuch denn nicht hereinkommt, sondern auch noch eine Menge Hundegebell und Winseln alle paar Minuten den Hund dazu bringt, seine Lautäußerungen von der Tür weg dem Fernseher zuzuwenden und noch ein bißchen aufgeregter zu sein.
Monday, April 21. 2008
In die Poperze gepimpert
Das neue BKA.-Gesetz heißt vermutlich nur deshalb nicht Ermächtigungsgesetz, weil...
Hmmm. Fällt mir nix ein. Gute Zusammenfassung und Rant bei Fefe. Dringend lesen.
Ich meißel' derweil schon mal Schießscharten in die Balkonbrüstung, wird Zeit.
Satzbau, as in sinnentstellend
Bei der netzeitung gefunden:
So sollte die Rückkehr zur Erde nicht aussehen: Der Ort war falsch, die Zeit ebenso und die dreiköpfige Besatzung musste eine harte Landung der Sojus-Kapsel verkraften, darunter die südkoreanische Forscherin Yi.
Sunday, April 20. 2008
Kommt Kunst von Können?
Zum Einen: ich schreibe noch. Nur im Moment kaum hier. Und meist auch wenig Prosa. Aber das ändert sich auch wieder.
Zum Anderen: Ich kenne so ein paar Menschen, die man Künstle nennen kann. Die machen interessante, oft ästhetische, manchmal aber auch einfach krude Dinge. Für eine kleine, rührige Kunststiftung habe ich mal gedienstleistet. Mit der Leiterin dieser Stiftung hatte ich mal eine längere Diskussion, was Kunst ist. Mein Problem dabei ist: Wenn ich mir etwas ansehe, anhöre, etwas rezipiere, das von jemand Anderen "kunstvoll" gefertigt wurde, möchte ich irgendwo verstehen, worum es geht. Nicht, das jede Kunst zwangsläufig eine Botschaft transportieren muß, ein schönes Bild, eine gelungene Skulptur macht auch ohne Freude.
Aber irgendwas muß schon da sein. Die Einladungen zu neuen Ausstellungen in dieser Stiftung werden immer von Künstlern gestaltet. Eine davon war ein DIN A4 Hochglanzblatt. Die eine Seite war, bis auf einen ca. 3cm breiten, diagonalen weißen Strich, vollständig schwarz. Auf der Rückseite war ein kleiner Absatz Text in typischer Schreibmaschinenschrift. Name der Ausstellung, Zeit und Ort der Eröffnung. Keine weiteren Informationen. Wenn sich dahinter mehr als drei Panorama-Fotos einsamer Landschaften verborgen hätte, vielleicht hätte ich verstanden, was mir die Einladung sagen will.
Noch viel besser finde ich allerdings die Kunstobjekte, die ich heute bei der Galerie Hundertmark gefunden habe. Eine kleine Auswahl:
Ken Friedman, "AN EVENT CALLED POSTER BOARD BY KEN FRIEDMAN"
1967, eine Papiertüte mit einem Etiket in der Tüte sind sienbenmal die gleichen Tüten.
signiert und datiert, 31 x 22 cm, 800,-EURO. (Galerie Hundertmark)
Al Hansen , "Vulkandienst"
Eine angebrannte Postkarte, signiert, 200,-EURO. (ebenda)
Es ist ja nicht so, das ich den Künstlern ihren Erfolg nicht gönne. Ganz im Gegenteil. Aber bei einer angebrannten Postkarte fühle ich mich als Rezipient verarscht. Das wirkt, als wolle der Künstler sagen: "Nimm hin, denn was ich wirklich sagen will, was ich wirklich zeigen will, das verstehst du Kretin nicht." Oder als wüßte er genau: Wenn er seinen Namen druntersetzt, ist auch ein Kuhfladen Sammlerobjekt.




