Friday, August 22. 2008
Menschenverachtende Untergrundmusik
Den rund 6000 Beschäftigten der Technikzentren wurde bei dieser Gelegenheit auch offenbart, dass sie künftig länger arbeiten müssen und weniger verdienen. Sie erwartet eine Wochenarbeitszeit von 38 Stunden und ein "moderater Gehaltsverzicht" [...] Die Deutsche Telekom AG, die in den ersten sechs Monaten 2008 ein Betriebsergebnis von 4,166 Milliarden Euro und einen Überschuss von 1,607 Milliarden Euro (plus 22,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum) erwirtschaftete, begründet die Überführung der Technikbereiche von T-Home in die Deutsche Telekom Netzproduktion GmbH mit einem "anhaltend starken Wettbewerb und dem damit einhergehenden Preisdruck".(heise newsticker)
Wenn ich mal die 1,607 Milliarden Überschuß durch die 6.000 Geknechteten teile erhalte ich 267.833,33 Euro pro Kopf. Das ist natürlich eine völlig unsinnige Rechnung. Die beiden Zahlen haben nichts miteinander zu tun. Aber mal ganz ehrlich: Die Einsparungen bei den 6.000 Stellen sind doch Ackermannsche Peanuts, oder?
Betriebswirtschaftlich kann die erzielbare Summe gegenüber anderen Maßnahmen also kein Grund sein. Aber weitere 6.000 Arbeitnehmer per Dekret in ihre Schranken zu weisen ist ein weiterer Schritt in Richtung furchtsamer, willfähriger Sklaven.
Saturday, August 9. 2008
Nur ein einziger Artikel
Im Prinzip ist es ja durchaus interessant, wenn der örtliche Wasserversorger überraschend viel Uran im Wasser anliefert. Es wäre nett gewesen, vielleicht ein paar Hintergrundinformationen zu bekommen. Zum Beispiel, das Uran nicht nur im Trinkwasser, sondern auch beim Einatmen sehr giftig ist. Wasserdampf, anyone? Auch die Strahlenwirkung ist kumulativ, das schwitzt man nicht aus. Sollen die besorgten Eltern denn auch in der Waschmaschine, der Spüle, der Toilette und zur Körperpflege das ach-so-teure Tafelwasser (das übrigens die schlechteste Qualitätsstufe abgefüllter Wässer darstellt) benutzen?
Und mal ganz nebenbei: Ich kenne ein paar Kinderärzte. Keiner von denen empfiehlt, abgekochtes Tafelwasser für Säuglingsnahrung zu verwenden. Aus einem ganz einfachen Grund. Die Säugephase prägt das Immunsystem ganz entscheidend. Eine übertrieben sterile Umgebung in dieser Zeit begünstigt eine ganze Menge später auftretende Krankheiten und Allergien.
Thursday, July 24. 2008
Hirnfick
Eine Freundin hat mir heute erzählt, seit ungefähr zwei, vielleicht drei Jahren würde sie immer ängstlicher. Sie hätte Angst vor einem Absturz bei ihrer ersten Flugreise in ein paar Tagen. Sie hätte Angst um ihre drei Kinder, man hat ja den Eindruck, es passiere so viel. Sie hätte Angst vor Terror.
Diese Freundin ist eigentlich nicht unbedingt ängstlicher Natur. Sie bringt ein gewisses, gesundes Mißtrauen mit. Trotzdem hat die FUD-Propaganda in der Medienwelt sie erwischt. Ihr ist durchaus bewußt, das die Terrorkampagnen im Fernsehen und den Zeitungen nur darauf aus ist, Angst zu schüren. Und trotzdem kommt sie gegen die Indoktrination nicht an.
Man könnte also sagen, sie haben es geschafft. Während sie uns ein faschistisches Gesetz nach dem anderen aufdrücken, verharrt die große Masse in Angst vor der nächsten heraufbeschworenen Gefahr. Weil wir schon seit 30 Jahren keinen echten Terroranschlag mehr hatten, müssen wir überwachen, müssen wir der Ordnungsmacht bedingungslose Befugnisse geben, denn Ordnung, ja, das hilft uns in der Angst.
Wir müssen vor Allem beschützt werden. Vor den gewalttätigen ausländischen Jugendlichen. Vor den an jeder Ecke lauernden Kinderschändern. Vor dem arabisch aussehenden Gemüsehndler, wer weiß, was der heimlich in seinem Laden so treibt. Und beschützen, das kann der Staat am Besten, wenn er ganz genau weiß, wer du bist. Wo du bist. Was du gerade tust. Mit wem du gerade telefonierst. Was du mit deinem Partner nachts unter der Bettdecke machst. Welche Gelder auf deinem Konto ein- und ausgehen. In welcher Gewerkschaft du bist, und was du dort sagst.
Das, und noch viel mehr, muß der Staat von dir wissen, um dich gegen die Hunderte, wenn nicht gar Tausende, ach was sag ich, Millionen finsterer Selbstmordraubkopierattentäterpädophile zu beschützen. Denn die hassen uns für unsere Freiheit, ehern festgeschrieben in den unverrückbaren Buchstaben unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Für unser Bankgeheimnis. Für unsere Unverletzlichkeit der Wohnung und die Integrität unserer Datenverarbeitungsanlagen. Für die freie Meinungsäußerung, die wir immerhin fast bis auf einen Kilometer an die Entscheidungsträger heranbringen dürfen. Für das soziale Netz, das uns immer auffängt und niemanden hungern oder frieren läßt. Für unsere unabhängige Presse, die natürlich jeden Mißstand sofort und schonungslos aufdeckt. Für unsere unabhängige Justiz, vor der auch der kleine Mann ohne Mammon behandelt wird, wie eine Rotte überbezahlter Rechtsvertreter eines Konzerns, der zufällig ein paar Dutzend Leihbeamte in Berlin unterhält. Für unsere durch und durch integren Politiker, die natürlich nie jemals dubiose Spenden für Gefälligkeiten annehmen würden, und wenn das doch Mal aus Versehen passiert, greift natürlich sofort wieder die unabhängige Justiz. Für unsere sozial verantworlich handelnden Konzerne und Unternehmen, die natürlich immer zuerst den Menschen, die Allgemeinheit betrachten, und erst dann ihren Profit.
Ich würde gerne so viel fressen, wie ich kotzen könnte. Aber ich muß auf meine Linie achten.
Wednesday, June 25. 2008
Steinen Geduld beibringen können
Monday, June 23. 2008
Verzweiflungstat?
Thursday, May 15. 2008
Autsch, nicht gut.
Bei SourceForge benutzt man so einen passwortlosen Zugang für Entwickler. Den Schlüssel muß man selbst erzeugen und dort hinterlegen. Wieviele der mehreren hunderttausend SF-Nutzer haben wohl schwache Keys? Wieviele Projekte könnten also manipuliert sein, ohne das man es an Signaturen oder ähnlichem prüfen kann? Den Quellcode selbst nachlesen zu können ist ja eine tolle Sache. Es zu müssen, weil unter Umständen eine obskure Änderung mit einem kompromittiertem Schlüssel eine Hintertür aufmacht, das finde ich weniger amüsant.
Webserverzertifikate sind im Prinzip wertlos, weil selbst eine Angabe des Versionsstands der erzeugenden Software nicht klärt, ob der fehlerhafte Patch vorhanden ist. Damit ist natürlich auch https kein Schutz mehr. Schlüssel für Paket-Repositories sind verdächtig, insbesondere natürlich die sämtlicher Debian-Derivate. MD5-Hashes helfen hier auch nicht weiter, mal abgesehen von der viel zu einfachen Fälschung, mir bleibt keine Möglichkeit, die Authentizität des Hashes an sich zu prüfen.
Eine der größten Ängste, die Entwickler von Verschlüsselungsverfahren haben, ist, das jemand eine elegante und effiziente Methode zum Faktorisieren von Primzahlen findet. Das würde auf einen Schlag fast jede Verschlüsselungsmethode wertlos machen. Die jetzige Situation ist nahe an diesem Super-GAU. Ich kann nicht nur fremden Daten nicht mehr vertrauen, auch meine eigenen könnten korrumpiert sein. Und ich habe keine befriedigend sichere Möglichkeit, das zu ändern oder zumindest zu prüfen.
Gar nicht gut.
Einstiegshürde
Ein neues Spielzeug, fein fein. Ein Toshiba Satellite M30x-122. Das mitgelieferte XP home, wer braucht das? Und weil ich schon lange was Neues ausprobieren wollte, sollte diesmal Ubuntu, genauer Kubuntu drauf. Laut einer halben handvoll Erfahrungsberichte im Netz sollte das zumindest mal funktioniert haben. Und Kubuntu 8.04 gibt's auch mit KDE 4. Das wären dann gleich drei neue Spielzeuge.
Kubuntu 8.04 mit KDE 4 läßt mich aber nicht. Die Installation läuft problemlos. Der Systemstart auch. Im Login-Bildschirm dauert's dann maximal zehn Sekunden, bis der Rechner einfriert. Der Mauszeiger läßt sich zwar noch bewegen, ansonsten reagiert aber nur noch die Einschalttaste, wenn man sie lange genug drückt. Eine kurze Websuche ergab leider nichts passendes. Na gut, versuchen wir's dann mal mit der als "rock solid" angepriesenen Variante mit KDE 3.5.
Die Installation verläuft mal wieder problemlos. Anmelden geht diesmal. Aber nur 800x600 Punkte? Und das auf einem 16:10-Display? Das ist häßlich. Dummerweise habe ich den Testmodus für den X-Server nicht gefunden, habe also mutig mal die gewünschte Auflösung und Hardware eingestellt. Das war ein Fehler. Es gibt zwar noch so was wie ein Bild, aber die visuelle Information reicht nicht mal, um die Anmeldemaske zu identifizieren. Im "Recovery Mode" gibt es neben der Option, zur Root-Shell zu kommen, auch den Punkt "Fix x-server". Der macht auch was, die Anmelde-Maske geht wieder. Und stürzt mit den gleichen Symptomen wie die KDE 4-Version ab.
Die Logs geben leider nichts her. Das google auch nicht. Das war's für mich also erst Mal mit (K)ubuntu. Die Suse 10.3 läuft nämlich auf Anhieb sauber und mein Spieltrieb ist erschöpft.
Tuesday, April 29. 2008
Wer hätte das gedacht?
Friday, April 25. 2008
Vorschläge? Die Klasse? Irgend jemand?
Arschlöcher as in geballt
Einen offenen Brief an die Okkupantin des zweithöchsten Amtes im Staat haben sie geschrieben. Ich hab's selbst nicht nachgezählt, aber heise spricht von rund 200 Unterzeichnern.
Darunter sind eine Menge Menschen, deren Namen man nicht unbedingt kennt, aber auch Einige, die durchaus "berühmt" sind. Sie lassen sich vor den Karren der Content-Mafia spannen und verbreiten dreiste Lügen. Zehnmal soviele Downloads in Tauschbörsen wie legal gekaufte Objekte? Bullshit. Wer hat denn diese Zahlen erhoben? Na? Und wie weit darf man solchen Zahlen wohl trauen?
Bevor ihr diesen Dreck mit eurem Namen versehen habt, habt ihr überhaupt auch nur eine Sekunde lang nachgedacht? Ist euch, die ihr von euch behauptet, die Speerspitze des kulturellen Schaffens zu sein, bewußt, was eure Brötchengeber in letzter Zeit so getan haben? Was für einen widerlichen Feldzug eure Vermarkter und Produzenten seit Jahren unternehmen, um euren Fans, den Menschen, die wirklich für euer ach so kreatives Werken bezahlen, jegliche Rechte am Erworbenen zu nehmen? Ist euch auch nur für einen Moment der Gedanke gekommen, das Konsumenten irgendwann die Schnauze voll haben?
Bei so ziemlich jeder aktuellen DVD muß man einen Spot über sich ergehen lassen (User Permissions, danke Hollywood...NICHT.), der eine simple Ordnungswidrigkeit (Nein, das sogenannte Raubkopieren ist kein Verbrechen, auch wenn ihr etwas Anderes behauptet.) zu einem gemeingefährlichen Verbrechen hochstilisiert und mich als ZAHLENDEN Konsumenten beleidigt. Genau dieselbe Leier betet ihr im Kino vor jedem Film herunter. Diesen Spot habe ich mir exakt ein Mal im Kino und ein Mal auf DVD angetan. Seitdem zahle ich nicht mehr. Wenn ihr mich beleidigt, bitteschön. Ich hab's wahrlich nicht nötig, mich beleidigen zu lassen. ICH kann auf euch verzichten. IHR auf mich nicht. Denn bis zu diesem Punkt habe ich einen (wenn auch kleinen) Teil zu eurem Verdienst beigetragen.
Jahrelang dürfen wir uns schon über "Kopierschutzmaßnahmen" ärgern, die es uns Musikliebhabern unmöglich macht, eure Werke da zu genießen, wo wir Lust darauf haben. Statt einem technisch einwandfreiem Datenträger liefert ihr uns Müll. Dankeschön.
Eure Produzenten suchen derweil in grauenhaften und völlig talentfreien Casting-Shows nach der nächsten Melkkuh. Ist euch immer noch nicht aufgegangen, daß es den Sony-BMG-Warner-EMI-Geffen-Virgin-[insert MajorLabelCode here]-Drecksäcken gar nicht um eure Musik, euren Film, euer Werk geht? Die wollen Geld verdienen. Kohle. Penunzen. Harte Währung. Künstlerische Freiheit ist einen Dreck wert, wenn erst der Major-Vertrag winkt.
Aber anscheinend seit ihr jetzt arriviert genug, um ins selbe Horn zu stoßen. Habt ihr euch nie gefragt, warum zum Beispiel Die Ärzte mit ihrer deutlichen Aussage gegen Kopierschutzmaßnahmen und mit der Veröffentlichung einer Single, die aussieht wie eine selbstgefertigte Kopie, Erfolg haben? Ich verrat's euch: Ob man deren Musik mag oder nicht, sie hat einen eigenen Stil. Konsequent. Und sie kümmern sich um ihre Fans. Die Drei gehen sogar soweit, daß sie selbst eine Seite mit Bootlegs ihrer Konzerte endorsen. Und sie verdienen seit fast 30 Jahren ihren Lebensunterhalt damit. Klingelt's?
Ich werde jedenfalls den morgigen Tag nutzen. Ich werde eure Namen in eine Liste eintragen. Und dann gehe ich durch meine mehrere hundert Stück umfassende CD- und LP-Sammlung. (Ja, ich bin so ein alter Sack, ich hab' tatsächlich mehr als 200 LPs. So Vinyl. 12". Schaut bei wikipedia, wenn ihr's nicht kennt.) Und durch meine ungefähr halb so große DVD-Sammlung. Ich werde alles, was ihr geschaffen habt, aussortieren. Und morgen Abend, zum Einbruch der Dunkelheit, übergieße ich den Haufen mit Benzin und werde genüßlich einen leckeren Rotwein trinken, während ich zusehe, wie eure Werke brennen.
Das schadet zwar in erster Linie nur mir, aber Katharsis ist manchmal ein schmerzhafter Prozeß. Mich habt ihr endgültig verloren.
(Oh, und: Ossy, falls Du hier mitliest: Buche mich NIEMALS für eine Show mit einem der Unterzeichner. Das könnte geschäftsschädigend für dich werden.)




