Friday, July 6. 2007
Ein bißchen Privatsphäre für jeden - Tor unter Linux nutzen
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Gegen die Datensammelei von Staaten, Unternehmen und Anderen kann man zumindest in einigen Bereichen Etwas tun. Wenn man sich im Internet bewegt ist man nicht anonym, das sollte mittlerweile Jeder begriffen haben. Trotzdem gibt es Dinge, die man gerne anonymisiert erledigen möchte. Etliche Länder blocken Zugriffe auf bestimmte Internetseiten, mit einer Anonymisierung kann man auf diese Seiten zugreifen.
Eines der vertrauenswürdigsten Angebote ist das Onion-Router-Protokoll der Electronic Frontier Foundation. Ähnlich wie P2P-Netze setzt die EFF auf die Beteiligung der Nutzer, jeder Teilnehmer kann als Client, als Server oder als Beides agieren. Auch mit einem einfachen DSL-Anschluß hilft ein selbst eingerichteter Server, die Gesamtbandbreite und die Anonymität des Netzwerks zu verbessern.
Damit niemand sagen kann, er hätte von nichts gewußt, schreibe ich mal auf, wie man Tor unter Linux zum Laufen bringt.Die Installationsanleitung bezieht sich auf SuSE Linux 10.2,Tor 0.1.2.14 und Privoxy 3.0.6, viele andere Linux-Distributionen oder Versionen sollten sich nicht sonderlich anders verhalten. Die Verifizierung der Archive ist optional, aber empfehlenswert.
gpg --keyserver subkeys.pgp.net --recv-keys 0x31B0974Bimportiert den Schlüssel und fügt ihn dem öffentlichen Schlüsselbund hinzu. Bei anderen Paketen oder dem Quellcode kommen auch andere Schlüssel zum Einsatz, falls die Prüfung mit diesem Schlüssel fehlschlägt hilft vielleicht einer der hier erwähnten.
gpg --verify tor-0.1.2.14-tor.0.suse.i386.rpm.asc tor-0.1.2.14-tor.0.suse.i386.rpmüberprüfen. Das Ergebnis sollte in etwa so aussehen:
gpg: Signature made Fr 25 Mai 2007 07:30:13 CEST using DSA key ID 31B0974BDie Warnung, der Schlüssel sei nicht vertrauenswürdig besagt nur, das der Schlüssel im öffentlichen Schlüsselbund nicht als vertrauenswürdig gekennzeichnet wurde.
gpg: Good signature from "Andrew Lewman (phobos) <phobos@rootme.org>"
gpg: aka "Andrew Lewman <andrew@lewman.com>"
gpg: WARNING: This key is not certified with a trusted signature!
gpg: There is no indication that the signature belongs to the owner.
Primary key fingerprint: 0295 9AA7 190A B9E9 027E 0736 3B9D 093F 31B0 974B
sudo rpm -i tor-0.1.2.14-tor.0.suse.i386.rpmaus. Das Ergebnis
tor 0:off 1:off 2:off 3:on 4:off 5:on 6:offzeigt an, das der Tor-Client fehlerfrei installiert wurde und mit den Standard-Einstellungen in den Runleveln 3 und 5 gestartet wird.
tar -xzf privoxy-3.0.6-stable-src.tar.gzentpackt das Archiv.
cd privoxy-3.0.6-stable/wechselt in das Quellcode-Verzeichnis.
autoheader && autoconf && ./configurebereiten die Kompilation vor.
makekompiliert schließlich den Quellcode.
sudo groupadd privoxy && sudo useradd -g privoxy privoxyerzeugt den Benutzer und die Gruppe privoxy. Danach kann Privoxy mit
sudo make install USER=privoxy GROUP=privoxyinstalliert werden.
# forward-socks4a / 127.0.0.1:9050 .zu entfernen.
sudo /etc/init.d/tor starstartet man Anonymisierung und Proxy. Der Funktionstest gestaltet sich recht einfach, wenn der Browser Seiten aufrufen und anzeigen kann läuft alles. Eine weitere, sehr bequeme Möglichkeit, Tor zu überprüfen und zu steuern ist das Firefox-Addon Torbutton.
sudo /etc/init.s/privoxy start

